Lernen planen, regulieren und kontrollieren

Ob Schüler*innen, Studenten*innen oder Auszubildende – Menschen, die sich in Lernsituationen befinden, stehen vor der Herausforderung sich neues Wissen einzuprägen und es anzuwenden. Vor allem im schulischen und universitären Bereich müssen die Lernenden eine Vielzahl an Lernstoff organisieren und bewältigen. Dabei entwickelt jeder individuelle Strategien und Maßnahmen, um den Lernstoff bestmöglich zu verinnerlichen. Oft werden dadurch bewusst oder unbewusst bereits Lernstrategien verwendet. Lernstrategien optimieren die Aufnahme, Verarbeitung, Speicherung und Reproduktion neuen Wissens. Sie helfen den Lernenden in Situationen, in denen viel Stoff bewältigt werden muss, indem sie ihnen eine effektive Vorgehensweise liefern. Damit dienen Lernstrategien als Hilfsmittel zur Erreichung von Lernzielen. Je nach Lernziel und Lerntyp sind bestimmte Lernstrategien besser geeignet als andere. Sie erlauben den Lernenden außerdem, den Wissenserwerb zu beeinflussen und zu steuern.

Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück

– Laozi –

Die Einteilung von Lernstrategien in eine bestimmte Ordnung ist nicht eindeutig geklärt, häufig verwendet wird jedoch das Modell nach Baumert und Köller. Demnach lassen sich Lernstrategien in drei Kategorien einteilen – den kognitiven, metakognitiven und ressourcenbezogenen Lernstrategien. Die kognitiven Lernstrategien unterstützen den direkten Lernprozess. Damit sind all jene Lernstrategien gemeint, die an der Aufnahme und der Verarbeitung von Informationen beteiligt sind bzw. zu dieser beitragen. Dazu zählen beispielsweise das Organisieren der Informationen oder auch das Wiederholen dieser zum Auswendiglernen. Metakognitive Lernstrategien vereinen dahingegen die Planung des Lernprozesses, seine Überprüfung, Steuerung und Regulation. Die Planung geschieht zum Beispiel durch das Trennen wichtiger Informationen von Unwichtigen. Ressourcenbezogene Lernstrategien beziehen sich auf die Voraussetzungen für den Lernprozess oder auch die Rahmenbedingungen, in denen gelernt wird. Sie können in interne und externe Ressourcen aufgeteilt werden. Unter internen Ressourcen werden die eigene Anstrengung, Aufmerksamkeit, Konzentration und das Zeitmanagement verstanden. Unter die externen Ressourcen fallen Lernvoraussetzungen wie Lerngruppen, die Gestaltung und Wahl des Arbeitsplatzes oder der Informationsquellen wie Literatur und Medien.

Gibts dazu auch ein Video?

In diesem Video hat MrWissen2Go seine bisherigen Erfahrungen, zum Thema Lernen, für euch zusammengefasst. Zudem findet ihr in der Beschreibung weitere Lerntipps und interessante Seiten, die euch weiterhelfen.

Die beliebtesten Lernstrategien

Da die gewählte Lernstrategie individuell abhängig vom Lerngegenstand, Lerntyp und der Lernsituation ist, kann keine Lernstrategie als die Beste empfohlen werden. Lernexperten raten daher zu Abwechslung beim Lernen. Gängige Lernstrategien sind hier zusammengefasst:

Das Lernen mit Karteikarten bietet sich insbesondere bei kurzen Informationen an, die kein großes Verständnis benötigen. Dies können zum Beispiel Vokabeln oder kurze Informationen wie Jahreszahlen sein.

Memory bietet sich wie das Lernen mit Karteikarten ebenfalls für kürzere Informationen wie Vokabeln an. Ein Memory ist außerdem schnell selbst gebastelt und kann zu zweit gespielt werden. Die Informationen werden dann ganz nebenbei spielerisch aufgenommen.

Bei komplexeren Zusammenhängen, Definitionen oder Erläuterungen bietet es sich an, nach Lesen der Information diese nochmals in eigenen Worten wiederzugeben. Das kann alleine oder auch mit anderen gemeinsam passieren. Grundsätzlich ist es immer empfehlenswert, Sachverhalte auch in eigenen Worten aufzuschreiben.

Mnemotechniken umfassen verschiedene Strategien wie Eselsbrücken, Merksätze, Reime oder Assoziationen, die dabei helfen sich bestimmte Dinge einzuprägen.

Das Zusammenfassen von Informationen eignet sich vor allem bei umfassenden und großen Themengebieten. Die Kunst ist es, wichtige von unwichtigen Informationen zu trennen und nur das Nötigste mit aufzunehmen. Damit das gelingt, muss der zu lernende Stoff zunächst im Ganzen betrachtet und durchgegangen werden. Das Zusammenfassen bietet die Möglichkeit, den Stoff zu durchdringen.

Das Anfertigen von Lernpostern oder Mindmaps ermöglicht die Strukturierung des Lernstoffs und schafft einen Überblick. Somit erhalten Lernende eine Stütze, die immer wieder angesehen werden kann. Lernposter können außerdem gut sichtbar aufgehängt und beispielsweise beim Zähne putzen nebenbei betrachtet werden.

Um sich ein Thema vollständig und umfangreich zu erschließen, bietet es sich an auch weitere Quellen dazu zu lesen. Dadurch erweitert sich der thematische Horizont und der zu lernende Stoff kann leichter eingeordnet und behalten werden.

Das Überlegen von eigenen Beispielen und das Finden von Alltagsbeispielen kann den Lernerfolg erhöhen, da diese Beispiele oft leichter zu behalten sind. Zudem fördert das Finden und Erklären dieser Beispiele das Verstehen und Anwenden des Stoffs.

Für Tandems oder Gruppen eignet sich zur Überprüfung des Lernstandes und auch zur Steigerung der Motivation häufig ein Lernquiz. Dieses kann selbst gebastelt und mit den wichtigsten Informationen zu einem Thema gefüllt werden. Dabei werden automatisch wichtige Informationen abstrahiert. Durch das Durchführen des Lernquizes werden Inhalte spielerisch wiederholt und überprüft.

Lautes Aufsagen spricht verschiedene Funktionen des kognitiven Systems an. Zum einen wird die Information durch das Ablesen visuell registriert, um anschließend durch die Sprachproduktion auditiv aufgenommen zu werden. Der Lernende ist gleichzeitig Sprecher und Hörer der Information, wodurch diese sich besser einprägt.

Gut geplant ist halb gelernt. Ein guter Lernplan ermöglicht das Lernen in kleinen Portionen. Dies klappt natürlich nur, wenn noch ausreichend Zeit vorhanden ist. Außerdem ist das Lernen in kleinen Portionen angenehmer als viel Stoff in kurzer Zeit zu bewältigen.

Bring your friend?

2019 collection

Das Lernen mit einem oder einer vertrauten Lernpartner*in sorgt für eine entspannte Lernatmosphäre und Spaß beim Lernen, wodurch das Gehirn der Schüler*innen neue Informationen besser aufnehmen kann. Durch wechselseitiges Erklären und Zuhören werden Zusammenhänge besser verstanden und aufgenommen. Da beim gemeinsamen Lernen die soziale Kompetenz der Schüler*innen gefordert wird, lernen sie sich auf ihren Lernpartner*innen einzulassen und Rücksicht aufeinander zu nehmen. Schüler*innen können sich gegenseitig außerdem wunderbar ergänzen und motivieren, da jeder individuelle Stärken besitzt, von denen der/die andere profitieren kann.