iPads als Lernmittel?

Share on whatsapp
WhatsApp
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on email
Email

Einleitung

Die Digitalisierung in den Schulen schreitet voran. Egal, ob Grundschulen, Haupt- und Realschulen, Gymnasien oder Gesamtschulen. Nach und nach springen immer mehr Bildungshäuser mit auf den Zug der Digitalisierung auf. Angefangen mit Laptopklassen, bilden heute immer öfter iPad-Klassen eine Möglichkeit für technisch versierte Schüler und Schülerinnen den Unterricht auf modernste Art und Weise zu erleben. Aber auch unabhängig davon, ob es sich um eine iPad-Klasse handelt, haben die Schulen immer häufiger iPad-Boxen, die sich die Lehrerinnen und Lehrer für ihren Unterricht reservieren können. Doch welche Vor- und Nachteile hat denn nun das Lernen mit iPads überhaupt?

Vorteile von iPads

Lernen macht mehr Spaß!

Natürlich haben Kinder und Jugendliche Spaß an Technik. Dies zeigte sich auch früher schon, wenn es im Vertretungsunterricht ausnahmsweise mal zum Zeitvertreib in den Computer-Raum der Schule ging. Daran können sich vermutlich noch einige erinnern. iPads bieten eine zeitgemäße Alternative und vermitteln den Schülerinnen und Schülern durch interaktive Lernangebote die Möglichkeit viel selbst zu entdecken und zu machen.

Einfaches Teilen und Auswerten von Arbeitsergebnissen

Durch die Kamera der iPads ist es möglich, Hausaufgaben oder Arbeitsergebnisse der Schülerinnen und Schüler abzufotografieren. Über die Funktion AirPlay in Verbindung mit AppleTV können die Inhalte dann über einen Beamer an die Wand des Klassenzimmers projiziert werden. Dies ermöglicht das für alle gut sichtbare Präsentieren und Besprechen von Hausaufgaben und Arbeitsergebnissen. Über die Funktion AirDrop können Inhalte außerdem leicht von einem iPad auf ein anderes übertragen werden.

Leicht und platzsparend

Ein Vorteil für iPad-Klassen ist beispielsweise, dass viele Schulbücher gedownloadet werden können. Außerdem können Hausaufgaben ebenfalls problemlos über die iPads erledigt werden. Die Schülerinnen und Schüler müssen somit keine schweren Bücher mehr schleppen und laufen auch nicht Gefahr einmal ein Buch zu vergessen. Auf dem iPad haben sie immer alles dabei.

Flexibel und immer einsatzbereit

Die iPads können unabhängig von einem bestimmten PC-Raum in jedem Klassenzimmer verwendet werden. Dadurch entfallen der Stress der Raumbuchung des ständig besetzten PC-Raums und der Zeitverlust, der durch einen Raumwechsel schnell entsteht.

Papier sparen

Da auf den iPads zum einen diverse Apps zu allen Schulfächern bestehen und zum anderen auch Arbeitsblätter und Unterrichtsinhalte über die iPads geteilt werden können, wird Papier gespart. Arbeitsblätter ausdrucken oder Aufgaben schriftlich per Hand zu bearbeiten sollte zwar nicht gänzlich durch die iPads abgelöst werden, jedoch können ein Teil der Papierkosten und des Papiers gespart werden.

 

Nachteile von iPads

Didaktisches Konzept notwendig

Unterrichten mit iPads macht nur Sinn, wenn ein didaktisches Konzept in der Schule dazu besteht und umgesetzt wird. iPads ohne Fahrplan im Unterricht einzusetzen mag eine nette Abwechslung sein, wird aber höchstwahrscheinlich keinen Beitrag zum Lernertrag bezwecken. Dies sollte bei der Anschaffung von iPads an Schulen von den Verantwortlichen bedacht und umgesetzt werden.

Kein CD-Laufwerk

iPads verfügen nicht über ein CD-Laufwerk. Dies hat den Nachteil, dass bestimmte Lernprogramme, die nur über CD verfügbar sind, nicht abgespielt werden können. Betrachtet man diesen Nachteil jedoch realistisch, ist davon auszugehen, dass Lernprogramme, die noch nicht per App verfügbar sind, in den nächsten Jahren vermutlich nachrüsten werden.

Kosten

iPads sind Produkte der Apple Inc. und damit ein teures Markenprodukt. An Kosten kommen die Anschaffung der iPads, aber auch der teilweise kostenpflichtigen Apps, E-Books und Lernprogrammen zusammen. Aufgrund der leichten Bedienung und Wartung kommen für Schulen häufig keine alternativen Marken in Frage. Zudem fällt die Finanzierung der iPads oft auf die Eltern zurück, wodurch sozial schwächere Schülerinnen und Schüler benachteiligt werden könnten.

Produktion von Fließtexten

Die Produktion von längeren Texten wie Sachanalysen im Deutschunterricht kann auf der Bildschirmtastatur mühsam werden. Zur Abhilfe kann eine iPad Tastatur dazu gekauft werden, aber auch dies ist ein weiterer Kostenpunkt. Auch sollte grundsätzlich darauf geachtet werden, das Schreiben mit der Hand trotz der Digitalisierung zu trainieren.

Motivation

Die Motivation, die die Schülerinnen und Schüler zu Beginn begeistern wird, kann schnell abfallen, wenn das Bearbeiten konkreter Aufgaben gefordert wird. Der Einsatz der iPads zur Aufgabenbearbeitung sollte demnach immer gut in das Unterrichtskonzept eingebettet werden. Die Medienkompetenz der Lehrkräfte wird hier ebenfalls gefordert, denn für die iPads gibt es mittlerweile die Funktion Shared iPads, womit Lehrkräfte den Fortschritt der Aufgabenbearbeitung auf jedem einzelnen iPad nachverfolgen können. Doch dazu werden Kenntnisse im Umgang mit dieser Funktion nötig und dies erfordert wiederum die Bereitschaft der Lehrkräfte sich damit auseinanderzusetzen.

Fazit

Die Nutzung von iPads im Unterricht birgt Vor- und Nachteile, die gegeneinander abgewägt werden sollten. Gerade die Bedingung eines didaktischen Konzepts zum Lernen mit digitalen Medien sollte schulintern geregelt werden, wenn die Entscheidung für die Anschaffung von iPads gefällt wird. Sollte der Kostenpunkt ein großes Kontraargument darstellen, kann auch darüber nachgedacht werden Tablets anderer Marken zu verwenden. Dies hätte jedoch Abstriche in der Einfachheit der Bedienung zur Folge. Auch ist dabei zu Bedenken, dass Apple bereits einen Vorsprung in Sachen Schul-iPads hat. Es ist jedoch davon auszugehen, dass weitere gängige Firmen in den nächsten Jahren diesen Vorsprung aufholen. Grundsätzlich wurden bereits positive Erfahrungen mit der Nutzung von iPads bzw. Tablets im Unterricht gesammelt. Immer mehr Lehrkräfte, gerade die jüngeren Generationen, sind von dem Nutzen überzeugt. Einige Gegenstimmen bestehen trotzdem noch. Essenziell ist es wohl auch hier eine Balance zu schaffen. Unterricht kann von der Digitalisierung und der Verwendung von Tablets profitieren, wenn sie erstens sinnvoll eingesetzt und zweitens analoge Übungen und Unterricht nicht vollständig abgelöst werden.

Mehr entdecken

Kind beim Lernen mit Problemverhalten

Wie Kinder mit Problemverhalten besser lernen

Ein aktuell aufkommendes Thema bei Lehrkräften, Referendaren und Nachhilfelehrern ist der Umgang mit Problemverhalten bei Schüler*innen. Diese sind nämlich besonders gut darin, sich an Autoritätspersonen „zu reiben“ und Grenzen auszutesten oder sich gegen Regeln aufzulehnen. In diesem Artikel soll es um die besonderen Bedürfnisse dieser Kinder gehen und wie wir pädagogisch am besten mit dem herausforderndem Verhalten um- bzw. auf diese eingehen können.

Homeschooling – Tipps und Tricks für das Lernen zu Hause

Viele Schüler*innen sind derzeit mit Homeschooling, Distanzlernen und hybriden Lernsystemen konfrontiert und müssen neue Wege finden, ihre ganz persönliche „School-Life-Balance“ in einem pandemiegeprägten Alltag zu finden. Zudem stellt das vermehrte von Zuhause arbeiten auch die Eltern vor neue Herausforderungen.

LRS – Anzeichen und Tipps

Die Lese-Rechtschreib-Störung dient als Diagnose für Menschen, die starke Schwierigkeiten beim Erwerb der Schriftsprache aufweisen. Weitere Schwierigkeiten bestehen in der Umformung von gesprochener zu geschriebener Sprache und andersrum sowie in der phonologischen Bewusstheit. In der Diagnostik wird die Lese-Rechtschreib-Störung mit ihren Ausprägungen als Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten verstanden.

Bring your friend?

2019 collection

Das Lernen mit einem oder einer vertrauten Lernpartner*in sorgt für eine entspannte Lernatmosphäre und Spaß beim Lernen, wodurch das Gehirn der Schüler*innen neue Informationen besser aufnehmen kann. Durch wechselseitiges Erklären und Zuhören werden Zusammenhänge besser verstanden und aufgenommen. Da beim gemeinsamen Lernen die soziale Kompetenz der Schüler*innen gefordert wird, lernen sie sich auf ihren Lernpartner*innen einzulassen und Rücksicht aufeinander zu nehmen. Schüler*innen können sich gegenseitig außerdem wunderbar ergänzen und motivieren, da jeder individuelle Stärken besitzt, von denen der/die andere profitieren kann.